The Relative Strength Concept





Quelle: Rene Rose „Enzyklopädie der technischen Indikatoren."


Das Konzept der „Relativen Stärke“ ist trendfolgend. Gekauft wird in einen bereits etablierten Trend, mit der Erwartung, dass sich die Kurse auch zukünftig in die einmal eingeschlagene Richtung weiterentwickeln (ein Trend neigt dazu fortzusetzen als umzukehren)

Bei dieser Strategie geht man von einer Annahme, dass die Aktien, die in der Vergangenheit eine überdurchschnittliche Kursentwicklung erzielt haben, auch in der Zukunft eine bessere Performance als der Gesamtmarkt aufweisen werden. 

Im Zusammenhang mit der Relativen Stärke wird oft von „Momentumstrategie“ gesprochen. Bei dieser Strategie wird die Schwungkraft (das Momentum) einer Aktie gemessen. Das Momentum wird dabei als Verhältnis des aktuellen Kurses zum Kurs vor x Tagen definiert.  Das kann der Kurs von letzter Woche, von letztem Monat oder von Jahresanfang sein. 

Geschichte:

Ende der zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts benutzte Arnold Bernhard, der Gründer der amerikanischen Research-Firma Value Line Inc., dieses Verfahren zum Aktienauswahl. Er setzte Performance einer Aktie der jeweils zurückliegenden 10 Wochen ins Verhältnis zum Durchschnittskurs der letzten 52 Wochen.

1966 griff der Amerikaner Robert A. Levy das Thema erneut auf und 1968 veröffentlichte er eine Dissertation unter dem Titel „The Relative Strength Concept of Common Stock Prise Forecasting“ („Das Konzept der Relativen Stärke als Mittel zur allgemeinen Aktienkursprognose“) Für seine Arbeit verwendete A. Levy Datenmaterial von Aktien der New York Stock Exchange (NYSE). Die Untersuchungen bezogen sich auf den Zeitraum von 24. Oktober 1960 bis 15 Oktober 1965.

Auch wenn Levy unterschiedliche Zeitintervalle für seine Untersuchungen herangezogen hat, so wurde von Ihm vorgeschlagen für Selektion die langfristige Variante vorgeschlagen. Diese Variante bezieht sich auf Zeitintervall von 6 Monaten.
Die Formel zur Berechnung der Relativen Stärke nach Levy (RSL) lautet

RS Kennziffer =
Aktueller Wochenschlusskurs
Ø (vergangenen 26 Wochenschlusskurse + aktueller Wochenschlusskurs




RS Kennziffer wird für jede Aktie bestimmt und dann daraus Tabelle mit der Rangliste ermittelt. Die stärkste Aktie mit der höchsten Kennziffer erhält Rang 1. 

Ein RS Faktor von >1 bedeutet, dass der gegenwärtige Kurs über dem Durchschnitt der letzten 26 Wochen liegt, also besitzt die Aktie positives Momentum.





Modelle für Portfolio

Grundsatz für Portfolio: Im Laufe der Zeit werden die schwach gewordene Aktien aus dem Depot verkauft und aus dem Erlös zu gleichen Teilen in die starken Aktien wieder investiert. „Schwach gewordene“ Aktie wird dann verkauft, wenn diese in der Rangliste unter, vorher bestimmten Platz rutscht. Dieser nennt man „Cast-Out-Rank“.

Model A

Es wird eine wöchentliche Überprüfung der RS Rangliste durchgeführt.
Zu Beginn wird, durch Selektion, in 10 Prozent der stärksten Aktien investiert. Cast-Out-Rank liegt in diesem Fall unterhalb von 80% der untersuchten Werte.
Nehmen wir an, dass hier um Werte, die im DAX (30) gelistet sind, handelt. 10% von 30 sind 3 Werte. Also es wird zu gleichen Teilen in 3 stärksten Werte investiert. Beim DAX würde Cast-Out-Rank unter Rang 24 sein (80% von 30)

Model B

Selektion der 5% stärksten Aktien und Cast-Out-Rank bei 70%


Von Theorie in die Praxis.

In allgemein steigenden Märkten hat sich Ansatz der Relativen Stärke, bzw. Momentum Strategie bewehrt. Mit dieser Strategie ist man in der Lage im Vergleich zum Markt überdurchschnittliche Rendite zu erwirtschaften.

So z.B. James P. O`Shaughnessy (Die besten Anlagestrategien aller Zeiten) kommt nach ausführlichen Analysen unterschiedlicher Aktienstrategien für das Verfahren der Relativen Stärke zu dem Fazit: „Gewinner gewinnen weiter und Verlierer bleiben auf der Verliererschiene“ O`Shaughnessy untersuchte Zeitraum von 45 Jahren (von Ende 1951 bis Ende 1996)

Jens Castner von „EURO am Sonntag“ untersuchte diese Strategie von 2000 bis 2002. In diesen 3 Jahren verlor z.B. DAX bis zu 70%. Für alle Märkte war diese Zeit – Baisse – Jahre.

Castner kam zum Ergebnis, dass mit RS Konzept eine Performance von +7,5% im Jahr 2000 zu Buche stünde. DAX verlor im gleichen Zeitraum -7,54%
Die Strategie in den Folgejahren wurde auf Euro-STOXX 50 angewendet. 2001 verlor Momentum Depot 2,36%, Index knickte um 20,24% ein. 2002 verlor Depot 43,14%, während Euro-STOXX 50 um 38,1% verlor.

Fazit: mit Relativen Stärke, bzw. Momentum Strategie lässt sich in Bullenmärkten (Hausse) überdurchschnittlich Rendite erwirtschaften. In den Bullenmärkten (Baisse) hingegen ist es besser vom Markt fern zu bleiben.


In seinem Buch geht Rene Rose auf Ansätze zu einer Verbesserung des Verfahrens ein. Er schlägt vor ein „Börsenindex-Momentumindikator“ einzubauen, welcher die Phasen der fallenden Mäkten filtert.




Neuer Ansatz

Grundbaustein der Strategie bildet “Börsenindex-Momentumindikator”. Im ersten Schritt wird für 13, aus meiner Sicht wichtigen Weltindizien, RS Kennziffer berechnet und daraus Durchschnitt ermittelt. Diese Indizien werden in Betracht gezogen: N225, IBEX35, DJ, PSI20, SMI, DAX, CAC, BEL20, NASDAQ100, NEXT150, S&P, Euronext, AEX=0,97.

Auf „Börsenindex-Momentumindikator“ werden im zweiten Schritt folgende Indikatoren gelegt: MACD und AROON.

Warum gerade diese?
BMI selbst gehört zu „Familie“ oszillierende Indikatoren. MACD zu trendfolgenden Indikatoren und AROON zu Richtungs- und Dynamikbestimmende Indikatoren. Somit sind alle drei Indikatoren, mit unterschiedlicher Berechnungsgrundlage. Zusätzlich dazu misst AROON nicht eine Trendstärke im Sinne der Volatilität, sondern im Sinne der zeitlichen Ausdehnung. Damit setze ich hier Instrumente für preisliche und zeitliche Analyse ein.



Regeln

26.10.14

Gehandelt wird mit DAX und MDAX, d.h. es wird eine Rangliste mit 80 Werten ermittelt.
In Betracht kommt Model B. Für Selektion der Werte wird in 4 stärksten Aktien investiert und Cast-Out-Rank unter Rang 56.

Entscheidend für Investition sind die Signale aus Börseindex-Momentumindikator. Signale werden aus BMI, MASD und AROON gebildet.
Kaufsignale: BMI >1, MACD über seinem Trigger und AROON UP über AROON Down Linie.
Verkaufssignale: BMI<1 aroon="" ber="" down="" linie.="" macd="" p="" seinem="" trigger="" und="" unter="" up="">

Einstieg erfolgt erst dann, wenn mindestens 2 Kaufsignale vorliegen. Selektion erfolgt wöchentlich. Sollte ein Wert aus dem Portfolio unter Cast-Out-Rank fallen, wird er verkauft und Erlös in die nächsten 4 stärksten Werte investiert. 

Wenn Börsenindex-Momentumindikator nur 1 Kaufsignal aufweist, wird nicht mehr investiert. D.h. wird ein Wert aus dem Portfolio verkauft, werden keine Positionen aufgebaut, es wird Cash gebildet.

Bei 3 Verkaufssignalen, werden alle Positionen glatt gestellt (verkauft), egal auf welchem Rang die Werte zu diesem Zeitpunkt sind. 

Zusätzlich zu den Instrumenten nehme ich die Analyse der Zyklen nach Gann hinzu. Erwarte ich aus dieser Analyse ein Bärenmarkt (Baisse) und Börsenindex-Momentumindikator weist mindestens 2 Verkaufssignale auf, wird Portfolio durch Short Positionen gesichert, jedoch maximal 10% des Gesamtkapitals.

 

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